Hubschrauber

             

Vorher
 

Agusta A109A MK II

im Modell XXXL

oder

Der Heiser hat einen Vogel!

... der leider nicht mehr fliegen kann,

 doch wie alles begann ...

 
Nachher
             

Als kleiner Junge mit gerade mal
11 Jahren kam ich das erste Mal
mit dem Bazillus Modellbau in
Berührung und infizierte mich gleich
derartig übel, dass ich bis heute mit
diesem Laster zu tun habe. Das
erste Mal war in der Schule, in der
die Firma

 
 
 
             

 

"Graupner Modellbau" für den
Werkunterricht jedem Schüler einen
Bausatz des Segelflugzeuges "Der
kleine UHU" kostenlos zur
Verfügung stellte. Aus heutiger
Sicht ein kluger Schachzug von
Herrn Graupner, ein kleines
Geschenk für eine lebenslange
Abhängigkeit. Aber eine schöne und

 
 
             

 
 

erholsame Abhängigkeit, die einem
hilft, sich vom Stress des Alltags zu
erholen. Wenn ich sehe, mit welch
großen Augen u. freudiger Miene
die Hubschrauber-Modelle von Groß
und Klein auf den Modellflugtagen
bestaunt werden, weiß ich, dass ich
nicht nur für mich etwas geschaffen

 
             

 
 
 

habe, sondern auch andere an
meiner Freude teilhaben lassen
kann. Modellbau ist einfach nie
langweilig.Es gibt immer was zu tun
Sei es ein neues Modell bauen oder
ein Modell wieder zu reparieren,
welches man gerade wegen seiner
vermeintlich tollen Flugkünste hat
abstürzen lassen.

             

Auch die Technik, die sich gerade
in den letzten Jahren extrem ver-
ändert hat, bedarf ständig der
vollen Aufmerksamkeit. Bei kaum
einem anderen Hobby hat sich in
den letzten Jahren so viel positiv
verändert. Hatten wir vor Jahren
noch ständig mit Funkstörungen zu
kämpfen, übertragen heute

 
 
 
             

 

2,4 GHZ-Sender absolut zuverlässig
über mehrere Kilometer hinweg
unsere Steuersignale. Früher gab
es immer die Möglichkeit den
Verlust  des Modells auf
Übertragungsstörungen zu
schieben. Heute entstehen die
meisten Störungen zwischen den
Ohren der Piloten.


 

 
             

 
 

(Für nicht Eingeweihte:
Pilotenfehler,voll verdaddelt das
Ding, mit dem Ergebnis:
Wirtschaftlicher Totalschaden) Der
Bau eines Hubschraubers an
sich ist schon eine Heraus-
forderung, die viel Aufmerksam-
keit und Konzentration verlangt.

 
             

 
 
 

Das Fliegen hingegen ist zumindest
am Anfang der totale Horror.
Innerhalb von Sekunden zerstört
sich das in mühevoller Fleißarbeit
und unter tagelangem Schlafentzug
entstandene Modell von alleine,
weil man gar nicht begreifen kann,
dass man ja 4 Sachen gleichzeitig
und vor allem auch noch auf

             

einander abgestimmt, steuern
muss. Und irgendwann dreht sich
das Modell auch noch mit der Nase
auf einen zu und alles ist plötzlich
anders herum zu steuern. Da ist
links plötzlich rechts und vorwärts
plötzlich rückwärts, aber was soll’s,
wir sind Männer wir schaffen das,
irgendwann. Und genau an dieser

 
 
 
             

 

Stelle, nämlich wenn wir Männer
endlich unseren Modellheli virtuos
durch alle Manöver steuern, wird
uns offenbart, wir können es doch.
Von wegen Männer können nur eine
Sache zur Zeit und nur Frauen sind
multitaskingfähig. Diese Erkenntnis
allein ist jede durchschraubte Nacht
und jeder abgestürzte Hubi wert.

 
 
             

 
 

Nun sind Männer bekannt dafür sich
immer wieder neuen Herausforder-
ungen stellen zu müssen und da ist
ein richtiger Hubschrauber ja genau
das Richtige und wenn man über 30
Jahre Modellhubschrauber fliegt, ist
irgendwann mal der Wunsch da,
einen manntragenden Heli selber
zu fliegen,

 
             

 
 
 

oder gar selber einen zu besitzen.
Aber wenn man dann in die Details
geht, merkt man schnell,dass unser
Hobby im Vergleich zum richtigem
Heli eine recht günstige Freizeit -
beschäftigung ist. In Zeiten des
Internets ist ja beinahe nichts un -
möglich u. so wurde in einer
schlaflosen Nacht "ein Helikopter 

             

 

Technische Daten: 

Agusta A109A Hirundo Nr. 7122

 
Typ:   Leichter Mehrzweckhubschrauber
Gesamtlänge:   13,04 m
Rumpflänge:   11,45 m
Rotordurchmesser:   11 m
Höhe:   3,50 m
Leergewicht:   1.576 kg
Max.Startgewicht:   2.850 kg
Topspeed:   285 km/h
Dienstgipfelhöhe:   5.974 m
Steigrate:   9.80 m/s
Einsatzradius:   948 km ( bei 233 km/h )
Besatzung:   1-2 Mann (Crew) + 7-6 Passagiere
Triebwerke:   Zwei Rolls-Royce Allison 250-c20
Startleistung: 2 x 336 kW oder 2 x 426 KW
Ehemalige Kennung:   XC-CAL, ZK-HBC, VR-CCO, D-HAAD
jetzige Spaßkennung: D-HEISER
 
 
 

             

gesucht" formuliert und an einige
Heliports verschickt. Da der Heli nur
als Werbeträger auf meinem
Firmengelände stehen sollte,
suchte ich eine Rumpfzelle oder
einen verunfallten Heli und hoffte,
etwas Brauchbares zum Wiederauf-
bau zu finden. Zu meinem
Erstaunen beantworteten alle ange-

 
 
 
             

 

schriebenen Firmen. wer vielleicht
einen Heli für mich hätte. Und es
kam noch besser: Ein netter Herr
rief an und meinte: „Ich habe
gehört, du suchst einen Heli, ich
hab hier eine Agusta A109, den
kannst Du haben“. Mein Herz lief
sofort auf maximale Drehzahl hoch.
Als ich dann im Internet die Bilder.

 
 
             

 
 

einer Agusta A109 ansah, war
sofort wieder alles zu Ende, und
meine Gedanken waren: Das
kannst Du dir nie leisten, die wird
ein Vermögen kosten. Schade wäre
aber schon toll gewesen. Mit etwas
Angst in der Stimme fragte ich dann
nach dem Preis für die Zelle und
dann haute es mich endgültig um.

 
             

 
 
 

Ein Geschenkpreis, den ich gar
nicht glauben konnte. Eine Agusta
für das Geld 3.2.1. meins. Da ich
bei dem Preis von einem Unfallheli
in schlechtem Zustand ausging, war
nach einem längerem Telefonat
schnell klar, dass der Heli optisch
nahezu komplett war und auch
keinen Unfall hatte.

             

Als dann auch noch 4 Bilder auf
meinem Handy meinen Traumheli
zeigten, war schnelles Handeln
angesagt und die Abholung wurde
für den nächsten Tag vereinbart.
Gott sei dank bin ich  Spediteur
und verfüge in meinem Fuhrpark
über einen Sattelzug, den ich zum
Schrecken meines Disponenten

 
 
 
             

 

einfach wegen allerwichtigster
dringender Eigennutzung aus der
schon geplanten Tour nahm. An dieser Stelle noch einmal meine Entschuldigung an Oskar, kommt so schnell auch sicherlich nicht wieder vor. Obwohl sich da schon was Neues abzeichnet, was BO105 heißt, aber versprochen, ich sage

 
 
             

 
 

einen Tag vorher Bescheid, wenn’s
geht. Nachdem der Deal perfekt
war, wurden schnell alle Mitarbeiter
informiert, dass die Firma jetzt
einen Werbeheli hat und der Chef
ein neues Spielzeug. In einigen
Gesichtern konnte ich genau sehen,
dass die Frage, ob der Chef heute
morgen wohl die richtigen Tabletten

 
             

 
 
 

eingenommen hat, dem einem
oder anderem auf der Zunge lag.
Auch an dieser Stelle vielen Dank
an alle, ich weiß, es ist nicht immer
leicht mit mir. Nun mit Geschäfts-
freund Rudi noch alles zusammen-
suchen und besprechen und der
große Tag kann kommen. Noch
schnell Hans vom Heliclub Hamburg

             

anrufen und fragen, ob er Zeit hat
morgen unsern neuen Heli abzu-
holen? „Was für´n Heli“, fragt Hans
und nach kurzer Erklärung kommt
die Antwort: „Na klar, da hab ich
auch Bock drauf aber Du bis echt
bekloppt, wann geht’s los“? „Na
morgen früh um 6.00 Uhr bei mir
und dann schauen wir mal.“

 
 
 
             

 

Funkstille. Wer Hans kennt weiß,
was ich da gerade verlangt habe,
denn 6.00 Uhr früh ist schon echt
sehr, sehr früh für ihn aber was soll
’s. Hans war da und zu dritt ging`s
los  nach Viersen, in Ostfriesland
Dort angekommen war der
Verkäufer schon da und der Heli
schon auf einen 7,5 Tonnen LKW

 
 
             

 
 

verladen und wir brauchten ihn nur
noch auf unseren Sattelzug rüber
schieben. Nach einer Stunde war
alles erledigt und es klappte so toll,
als hätten wir alle nie was anderes
gemacht. Der Heli war verladen, das
Geld war übergeben und insgeheim
suchten wir alle den Haken an der
Sache. Der Verkäufer war super nett

 
             

 
 
 

fliegt selber Heli und hatte das
gleiche mit dem Heli vor wie ich,
doch leider, oder besser Gott sei
Dank hat die Behörde sein
Vorhaben vereitelt und ich bekam
meinen Traumheli. Schnell war klar,
dass wir beide doch recht gleich
ticken und bei einer Tasse Kaffee
wurde viel gelacht und

             

die eine oder andere Geschichte
erzählt. Hätten wir uns nicht irgend
wann losgerissen, würden wir sicher
jetzt noch klönen und neuen Blöd-
sinn aushecken. Das der Heli in
meinen Firmenfarben und mit
unserer Umzugswerbung beklebt
werden sollte, war von vornherein
klar, aber was wird das wohl

 
 
 
             

 

kosten? Doch Moment mal, mein
Lackierer Roman Rilke hatte mir
noch eine Helilackierung ver-
sprochen, zwar gingen wir immer
davon aus, dass ich bei meinen
Modellhelis bleibe, aber mal ehrlich
Männer, versprochen ist ver-
sprochen! Na gut, Roman anrufen,
ob das wohl gut geht? „Hallo
Roman, ich habe jetzt meinen Heli, 

 
 
             

 
 

der lackiert werden soll,kannst Du mal eben vorbei kommen, ich lade Dich auch zum Frühstück ein.“ „O.k. das ist ein Wort bis gleich“. Als Roman dann mit mir durch die Halle ging und nach 100 Metern in der Ecke den Heli sah, schaute er mich an, als ob ich von einem anderem Stern käme und meinte: „Heiser, das ist nicht Dein Ernst?“

 
             

 
 
 

Aber was soll ich sagen, die Lack-
ierung ist wie immer 1A geworden,
halt so wie das bei Roman Rilke ist.
Und wir bleiben trotzdem weiter
Freunde. Da am Heli alles an
Technik fehlte, war Improvisation
gefragt. Der Hauptrotor, der
Heckrotor, die Innenausstattung
und auch die Instrumente fehlten,

             

aber für einen Modellbauer und
seine Freunde ist das ja bekanntlich
kein Problem. Freund Hans hat
seinen ganzen Maschinenpark von
Behrmann Feinmechanik zum
Einsatz gebracht und mit CNC
Programmierung und Frästeilen den
Heckrotor geschaffen. Freund Rudi,
der mit seiner Frau Sandra, die mit

 
 
 
             

 

ihrer Erfahrung als ausgebildete
Flugzeugmechanikerin,und klein
Lars (4 Jahre) jedes Wochenende
am Heli schraubte. Freund Michael
und Hennik von der Firma Michael
Seidel Edelstahlschmiede, haben
selbst ihr Wochenende geopfert,
um Aluteile zu schweißen und viele
Ideen in das Projekt gesteckt, denn
vieles musste original ähnlich

 
 
             

 
 

nachgebaut werden. Allein der
Hauptrotor mit cirka 11 Metern
Durchmesser war schon eine
Herausforderung. Er sollte sich
drehen, original Rotorblätter haben
und auch noch zum Heli passen.
Schnell war klar, dass auf einen 4-
Blattkopf aus Platzgründen.

 
             

 
 
 

verzichtet werden müsste und so
wurde die A109 kopfmäßig auf Bell
222 umgerüstet. Jetzt sorgen
Radlagersätze vom Smart und von
der DB A Klasse dafür, dass sich
alles dreht. Die Blätter wurden mir
von der Firma HTM, Herrn Hans -
Jürgen Ostler geschenkt, der
zusammen mit seinem

             

Cheftechniker von mir zum
nächsten Fußballspiel seiner Wahl
„Bayern gegen den HSV“ in
Hamburg eingeladen ist. Da ich
vom Fußball absolut keine Ahnung
habe, weiß ich gar nicht, für wen ich
wann jubeln muss, aber ich glaube
die Bayern werden wir schon
vermöbeln, oder?

 
 
 
             

  Dank e-Bay wird der Heli immer kompletter, auch wenn so manche
Instrumente oder Teile vom Starfighter oder anderen Helis stammen.
Aber egal, es sieht alles technisch sehr interessant aus. Wenn der Heli
später 1,20 m über einem riesigen Umzugskarton schwebt, sieht man
nicht jedes Detail und wir wollen auch keine 100 % Scale, sondern 100 %
Spaß. Mit diesem Modellheli in Größe XXXL habe ich mir wieder einmal
einen großen Traum erfüllen können und ich bin sicher, dass er ein
richtiger Eyecatcher geworden ist. Als Werbeträger wird er sicherlich sein
Geld wert sein.
 
             


 

An dieser Stelle bedanke ich mich noch einmal recht herzlich bei allen,
die es mir ermöglicht haben, diesen Traum zu leben. Ich verspreche
euch, das nächste Mal seid ihr dran. Mein besonderer Dank gilt allen
mithelfenden Freunden, ohne die ein solches Projekt nicht durchführbar
gewesen wäre. Ich freue mich besonders darüber, dass ich trotz meiner
immer eiligen Aufträge, die immer nichts kosten sollten, mit allen immer
noch gut befreundet bin. Das der Heiser einen Vogel hat, war allen schon
vorher klar. Aber so einen großen?

 


             

 
 
 
         

 

Ich bedanke mich herzlich bei euch allen, dass Ihr mir geholfen habt, meinen Traum zu leben!


Vielen herzlichen Dank


Günter Heiser

Mitgewirkt haben unter anderem:

Yvonne und Celina Heiser

Alle Mitarbeiter der Firma Günter Heiser

Michael Seidel Objektgestaltung

Heniek Imiolczyk

Roman Rilke Autolackiererei

Schrammwerk – Beschriftung

Behrmann Feinmechanik

Fischer‘s Raumdesign

Spedline Transport GmbH

Sandra, Lars & Rudi Rieger

Waps Auto und Planensattlerei

ABE Bürotechnik

Zobel Metallbau

Reifen Technik Tollert

Helicopter Service München

Rotorflug GmbH

Classic-Jetparts

Optotronix RC Beleuchtung

Piper Parts

E-bay